Windkraftanlagen sind ein wichtiger Treiber der Energiewende. Doch die Rotorblätter aus glasfaserverstärkten Kunststoffen belasten nach Ende der Lebensdauer die Umwelt erheblich. Sie thermisch zu verwerten oder zu schreddern, um die Bestandteile beispielsweise Zement beizumischen, sind keine nachhaltigen Optionen; die Deponierung in der EU ist untersagt.
Ein weiteres Manko: Die mehrere Dutzend Meter langen Flügel müssen oft komplett ersetzt werden, obwohl nur einzelne Komponenten beschädigt sind. Grund dafür sind die dauerhaft miteinander verbundenen Konstruktionsschichten, die sich schwer oder gar nicht trennen lassen.
Im EU-Projekt „Recreate“ entwickeln Forschende des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik Rotorblätter, die modular aufgebaut sind. An einem durchgehenden tragenden Holm sind weitere Bauteile über lösbare Klebeverbindungen befestigt. So lassen sich zum Beispiel die besonders beanspruchten Vorderkanten austauschen. Besser recycelbare Naturfaser-Thermoplaste ersetzen zudem die glasfaserverstärkten Kunststoffe. So kann Windenergie nicht nur klimafreundlich Strom erzeugen, sondern auch nachhaltiger produziert und genutzt werden.