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Großer Haufen von Plastikflaschen zum Recycling

»Wir wollten mit chemischem Recycling ins Handeln kommen«

Großer Haufen von Plastikflaschen zum Recycling
Lesedauer 2 min
09. März 2026

In unserer Reihe "Mensch & Vison" erläutert Chemieingenieur Alexandre Kremer seine Pläne für das chemische Recycling von Kunststoffen.

Der Mensch

In seinem Chemieingenieur-Studium im französischen Lyon beschäftigte sich Alexandre Kremer schon früh mit Polymeren. „Mich hat es begeistert, dass nur wenige Monomere so viele verschiedene Materialien hervorbringen können“, erzählt er. Die Kehrseite wurde dem Franzosen bei seinem Chemiestudium in Vancouver (Kanada) bewusst: die enormen Mengen an Plastikmüll. Seitdem will er Kunststoffe kreislauffähig machen. In Paris schloss Kremer ein drittes Masterstudium ab mit dem Schwerpunkt „Nachhaltigkeit und soziale Innovation“: „Dort habe ich meinem Fachwissen eine strategische und unternehmerische Perspektive hinzugefügt.“

Alexandre Kremerund Andreas Wagner im Labor

Die Vision

2024 gründete Kremer gemeinsam mit dem Österreicher Andreas Wagner das Münchner Start-up Radical Dot: „Wir wollten ins Handeln kommen.“ In einem Labor im Venture Lab ChemSpace der TU München entwickelten sie ein chemisches Recyclingverfahren für gemischte Plastikabfälle. „Wir spalten Polymerketten mithilfe von Sauerstoff und bilden daraus Carbonsäuren, die als Rohstoffe für neue Produkte dienen“, sagt Kremer. „Unser Verfahren ist schnell und energieeffizient.“ Bis 2027 will Radical Dot eine Demonstrationsanlage errichten, danach soll der Schritt zur industriellen Nutzung gelingen.

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