An der Fassade beginnt es meist unauffällig: Ein kleiner Schriftzug hier, eine schnelle Markierung dort. Doch dabei bleibt es häufig nicht. Gerade in großen Städten scheint es geradezu unvermeidlich, dass früher oder später unansehnliche Graffiti an der Fassade prangen - zum Ärger von Gebäudeeigentümern oder Immobilienverwaltern, denn künstlerischen Wert bieten die Wandbilder kaum. Stattdessen machen sie die Fassadenreinigung schnell zu einem dauerhaften Instandhaltungsfaktor, der viel Aufwand und zusätzliche Kosten verursacht.
Ohne Zusatz von PFAS
Schon seit Jahren setzen einige Hausbesitzer daher auf spezielle Beschichtungen oder Imprägnierungen wie Protectosil Antigraffiti. Sie sollen die Reinigung vereinfachen und die Gebäudesubstanz schützen. Immer mehr Immobilieneigentümer wollen auch beim Bautenschutz auf Stoffe verzichten, die ökologisch oder regulatorisch kritisch gesehen werden. Genau an dieser Schnittstelle setzt eine neue Entwicklung von Evonik an.
Mit Protectosil Eco-Trete Antigraffiti hat das Unternehmen eine silanbasierte Lösung entwickelt, die ohne absichtlich zugesetzte per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) auskommt und dennoch einen langlebigen Schutz mineralischer Oberflächen ermöglicht. Schlüsselkomponente sind sogenannte Silane – eine Gruppe von Siliziumverbindungen, die in die Fassadenoberfläche einzieht und sich chemisch mit dem Untergrund verbindet. Sie entfalten ihre Schutzwirkung daher beständig und praktisch unsichtbar, ohne dass sie vom nächsten Regenschauer abgewaschen werden. Zugleich bleibt die materialtypische Atmungsaktivität von Beton, Naturstein oder Klinker erhalten.
„Beim Fassadenschutz wurde früher häufig in Schichten gedacht: auftragen, abwaschen, erneuern,“ sagt Susanne Martens‑Kruck, Technical Marketing Manager Silanes in der Business Line Smart Effects. „Protectosil Antigraffiti hat ein grundsätzlich anderes Wirkprinzip. Unsere Silanchemie verbindet sich direkt mit dem mineralischen Untergrund. Der Schutz ist damit Teil der Oberfläche, nicht nur eine Hülle darüber.“
»Auch nach mehreren Reinigungszyklen bleibt der Schutz erhalten.«
Susanne Martens-Kruck Technical Marketing Manager Silanes
Feuchtigkeit kann raus
In der Praxis bedeutet das: Sprühlacke dringen weniger tief in die Poren ein. Sie lassen sich leichter abwaschen, auch mehrmals. „Auch nach mehreren Reinigungszyklen bleibt der Schutz erhalten – das reduziert den Pflegeaufwand und trägt zur langfristigen Werterhaltung von Oberflächen bei“, sagt Martens-Kruck. Gleichzeitig kann Feuchtigkeit weiterhin entweichen – ein wichtiger Aspekt, um langfristige Schäden zu vermeiden.
Silan-basierte Graffitischutz-Lösungen an sich kommen schon seit Jahren zum Einsatz. Neu ist jedoch, dass die jüngste Variante von Protectosil auf absichtlich zugesetzte fluorhaltige Substanzen verzichtet. Für viele Anwender ist das kein unmittelbares Muss, aber ein willkommenes Plus.
Bei der Entwicklung der neuesten Graffitischutz-Variante war der Verzicht auf Fluorverbindungen kein Nebenaspekt, sondern wichtigstes Innovationsziel. Gerade weil PFAS heute noch in industriellen Prozessen weitverbreitet sind – etwa als Vorprodukte oder in Produktionsanlagen – lässt sich derzeit technisch nicht ausschließen, dass Spuren davon auch in industriellen Produkten vorhanden sind. Doch die gezielte Abkehr von der bewussten Nutzung dieser Verbindungen markiert einen wichtigen Schritt.
Mit der neuen Formulierung von Protectosil überträgt Evonik das bewährte Wirkprinzip der Silane auf aktuelle Nachhaltigkeitsanforderungen. Damit wird der Fassadenschutz zu einem weiteren Beispiel, wie Innovationen helfen, Lebenszyklen zu verlängern, Ressourcen zu schonen und Infrastruktur langfristig zu schützen.