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Raue Schale, wertvoller Kern

Lesedauer 2 min
26. Oktober 2026

Die Welt steckt voller Heraus­forderungen. Evonik arbeitet an innovativen Lösungen, die ebenso ökonomisch wie nachhaltig sind. Hier stellen wir sie vor. Diesmal: Die Kartoffel als weltweit verfügbarer Rohstofflieferantin.

Das Problem:

Kosmetikprodukte sollen nachhaltig sein, ohne dass Verbraucher auf Wirksamkeit oder ein angenehmes Hautgefühl verzichten müssen. Viele Inhaltsstoffe, die für die geschmeidige Textur von Cremes, Lotionen oder Lippenpflege sorgen, basieren jedoch auf fossilen Rohstoffen. Silikone sind nicht biologisch abbaubar und hinterlassen einen hohen CO₂-Fußabdruck.

Natürliche Alternativen sind zwar ver­fügbar, erfüllen jedoch nicht immer die Anforderungen der Kosmetikbranche. Außerdem konkurrieren sie mit Nahrungsmitteln um Ressourcen.

Runzlige Kartoffeln mit weit fortgeschrittenen Trieben.
Keim des Anstoßes: Aus alten Kartoffeln kann noch einiges werden.

Die Lösung:

Evonik nutzt natürliche Abfälle als Rohstoffe zur Herstellung von Ecohance Soft BOL, einem Emollienten, der Hautpflegeprodukte geschmeidig macht: Ölsäure aus der Olivenölproduktion und Bio-Butanol, das die schottische Firma Celtic Renewables aus nicht verwertbaren Kartoffeln und Rückständen von Whisky-Destillerien erzeugt. ­Evonik stellt daraus in einem enzymatischen Verfahren mit komplett erneuerbarer Elektrizität ein nachhaltiges Esteröl her. Der funktionelle Inhaltsstoff sorgt für ein seidiges Hautgefühl, verteilt Pigmente gleichmäßiger und verbessert die Löslichkeit kristalliner UV-Filter.

Aussortierte Kartoffeln können als nachhaltige Rohstoffquelle dienen. Sie liefern Kohlenhydrate, die von Mikroorganismen in einem biotechnologischen Prozess in Butanol umgewandelt werden. Stärke und Zucker aus den Kartoffeln werden als Energiequelle für die Fermentation genutzt. So kann Abfall in wertvolle Rohstoffe ­umgewandelt werden, ohne zusätz­liche Ressourcen zu beanspruchen.